Kurzfazit
Die Commerzbank ist die zweitgrößte deutsche Privatbank und der einzige klassische Filialanbieter in unserem Vergleich. Das GiroKonto kostet 4,90 Euro im Monat und wird erst ab 50.000 Euro Vermögen bei der Bank kostenlos; die frühere Befreiung durch Gehaltseingang gibt es nicht mehr (Stand: Oktober 2026). Dafür bekommst du rund 400 Standorte, Bargeldeinzahlung in der Filiale und persönliche Beratung. Preislich kann das Konto mit Direktbanken nicht mithalten, das ist aber auch nicht sein Anspruch.
Leistungen & Konditionen
Das GiroKonto kostet 4,90 Euro im Monat, in den ersten drei Monaten entfällt die Gebühr. Dauerhaft kostenlos ist es nur, wenn du mindestens 50.000 Euro Vermögenswerte bei der Commerzbank hältst (Stand: Oktober 2026, Preis- und Leistungsverzeichnis vom 01.10.2026). Darüber liegen das KlassikKonto für 9,90 Euro und das PremiumKonto für 12,90 Euro mit mehr Leistungen.
Inklusive ist eine Girocard mit Visa-Funktion, die als Debitkarte auch international und online funktioniert. Eine zusätzliche Mastercard Debit kostet 3,50 Euro im Monat, die klassische Kreditkarte 39,90 Euro im Jahr. Bargeld hebst du an den Automaten der Cash Group kostenlos ab, also bei Commerzbank, Deutsche Bank, Postbank und HypoVereinsbank. An fremden Automaten fallen 1 Prozent, mindestens 5,98 Euro an. Kartenzahlungen in Fremdwährung kosten mit der Girocard 1 Prozent, mindestens 1,50 Euro (Stand: Oktober 2026).
Der Dispozins beträgt 11,90 Prozent pro Jahr, die geduldete Überziehung 14,40 Prozent (Stand: Oktober 2026). Echtzeitüberweisungen per App sind kostenlos, beleghafte Überweisungen am Schalter kosten 3,90 Euro. Apple Pay und Google Pay werden unterstützt, Kontowechselservice und Gemeinschaftskonto sind kostenlos. Als deutsche Großbank ist die Commerzbank Mitglied der gesetzlichen Entschädigungseinrichtung deutscher Banken und des freiwilligen Einlagensicherungsfonds des Bankenverbands.
Vorteile
- Beratung und Filiale. Rund 400 Standorte für Beratung, Bargeldeinzahlung, Vollmachten und komplizierte Fälle, die digital mühsam sind.
- Girocard inklusive. Mit Visa-Funktion, also auch online und im Ausland nutzbar, ohne Monatsgebühr.
- Cash-Group-Netz. Kostenloses Bargeld an den Automaten von vier Großbanken, dicht in Städten.
- Sicherheit und Größe. Gesetzliche Sicherung plus freiwilliger Fonds, systemrelevante Bank.
Nachteile
- Teuer ohne Vermögen. 58,80 Euro im Jahr für die Kontoführung, ohne Ausweg über Gehaltseingang.
- Hoher Dispo. 11,90 beziehungsweise 14,40 Prozent liegen am oberen Ende des Vergleichs.
- Zusatzkarten kosten. 39,90 Euro für die Kreditkarte, 3,50 Euro im Monat für die Mastercard Debit.
- Gebühren an jeder Ecke. Fremdautomaten mindestens 5,98 Euro, Fremdwährung 1 Prozent, Papierüberweisung 3,90 Euro.
Wie wir bewertet haben
Gebühren (5,4): Grundgebühr ohne realistische Befreiung, hoher Dispo, kostenpflichtige Kreditkarte und Fremdwährungsgebühr. Pluspunkte nur für die kostenlose Girocard und das Cash-Group-Netz.
Leistungen & Karte (7,6): Girocard mit Visa-Funktion, Gemeinschaftskonto, Bargeldeinzahlung, vollständiges Produktangebot von Baufinanzierung bis Depot. Kreditkarte und zweite Debitkarte nur gegen Gebühr.
App & Banking (7,8): Solide App mit Wallet-Diensten, Echtzeitüberweisung, Multibanking und Fotoüberweisung. Weniger schlank als Neobank-Apps, aber vollständig.
Service & Sicherheit (8,6): Filialnetz, Telefonservice, persönliche Beratung, EdB plus BdB-Fonds. Das ist die Stärke der Commerzbank. Abzug, weil Filialen in ländlichen Regionen ausgedünnt wurden.
Für wen geeignet
Die Commerzbank passt zu Menschen, die persönliche Beratung und eine Filiale in Reichweite schätzen, regelmäßig Bargeld einzahlen oder komplexere Bankgeschäfte wie Baufinanzierung und Nachlass aus einer Hand wollen, und zu Vermögenden ab 50.000 Euro, für die das Konto kostenlos ist. Weniger geeignet ist sie für alle, die ihr Konto nur digital nutzen und keine 60 Euro im Jahr für Kontoführung ausgeben wollen.