Kurzfazit
N26 hat 2015 das Smartphone-Konto in Deutschland populär gemacht und ist bis heute die bekannteste Neobank des Landes. Das Standard-Konto ist ohne Bedingung kostenlos, kommt mit einer virtuellen Mastercard Debit und verzichtet auf Fremdwährungsgebühren beim Bezahlen. Dafür sind die Grenzen enger als bei der Konkurrenz: zwei kostenlose Abhebungen im Monat, 10 Euro für die physische Karte, Unterkonten erst im Bezahl-Tarif und mit 13,4 Prozent der höchste Dispozins im Vergleich (Stand: Oktober 2026).
Leistungen & Konditionen
N26 Standard kostet 0 Euro im Monat ohne Geldeingangsregel. Die Tarife Smart (4,90 Euro), Go (9,90 Euro) und Metal (16,90 Euro) ergänzen Spaces, mehr Abhebungen, Versicherungen und Fremdwährungsfreiheit beim Abheben (Stand: Oktober 2026, Preisliste vom 26.06.2026). Im Standard-Tarif ist eine virtuelle Mastercard Debit inklusive, die physische Karte kostet einmalig 10 Euro. Eine Girocard oder eine echte Kreditkarte gibt es nicht.
Bargeld hebst du im Standard-Tarif zweimal im Monat in Euro kostenlos ab, danach kostet jede Abhebung 2 Euro. Abhebungen in Fremdwährung kosten in Standard und Smart 1,7 Prozent, in Go und Metal nichts. Kartenzahlungen in Fremdwährung sind in allen Tarifen gebührenfrei (Stand: Oktober 2026).
Der Dispo kostet 13,4 Prozent pro Jahr, ebenso die geduldete Überziehung (Stand: Oktober 2026). Spaces, also Unterkonten mit eigener IBAN, gibt es im Standard-Tarif nicht; ab Smart bis zu zehn. Apple Pay, Google Pay und kostenlose Echtzeitüberweisungen sind Standard. Der Kontowechselservice über Qwist ist kostenlos, Gemeinschaftskonten sind möglich.
N26 Bank SE hat seit 2016 eine deutsche Vollbanklizenz und ist Mitglied der gesetzlichen Entschädigungseinrichtung deutscher Banken. Eine freiwillige Zusatzsicherung nennt die Bank nicht. Zwischen 2021 und 2024 stand N26 unter einer BaFin-Wachstumsbeschränkung wegen Mängeln in der Geldwäscheprävention; diese wurde Mitte 2024 aufgehoben.
Vorteile
- Kostenlos ohne Bedingung. Keine Geldeingangsregel, kein Mindestumsatz.
- Keine Fremdwährungsgebühr beim Bezahlen. Mit der Mastercard Debit zahlst du weltweit zum Mastercard-Kurs ohne Aufschlag.
- Starke App. Push-Benachrichtigung in Echtzeit zu jeder Buchung, Kartensperre und Limits per Fingertipp, Spaces mit eigener IBAN ab Smart. N26 hat hier Maßstäbe gesetzt.
- Schnelle Eröffnung. Kontoeröffnung per Video-Ident in wenigen Minuten, virtuelle Karte sofort nutzbar.
Nachteile
- Teurer Dispo. 13,4 Prozent sind der höchste Satz im Vergleich, auch die geduldete Überziehung kostet so viel.
- Wenig Bargeld. Zwei kostenlose Abhebungen im Monat sind knapp, 1,7 Prozent in Fremdwährung kommen hinzu.
- Kosten für Basics. 10 Euro für die Plastikkarte, Spaces erst ab 4,90 Euro im Monat.
- Service und Historie. Support nur per Chat und E-Mail, dazu die mehrjährige BaFin-Auflage, die zwar aufgehoben ist, aber Fragen zur Organisation aufgeworfen hat.
Wie wir bewertet haben
Gebühren (8,0): Kontoführung und Kartenzahlungen kostenlos, aber begrenzte Abhebungen, Gebühr für die physische Karte und der teuerste Dispo im Vergleich.
Leistungen & Karte (7,2): Nur eine Debitkarte, keine Girocard, keine Kreditkarte, Spaces nur im Bezahl-Tarif. Gemeinschaftskonto und Kontowechsel sind vorhanden.
App & Banking (9,0): Die App ist nach wie vor eine der besten am Markt: Echtzeit-Push, Kartensteuerung, Spaces, Wallet-Dienste.
Service & Sicherheit (7,0): Deutsche Lizenz und gesetzliche Sicherung, aber keine Zusatzsicherung, kein Telefonservice im Standard-Tarif und die aufgehobene BaFin-Beschränkung als Abzug.
Für wen geeignet
N26 Standard passt zu Menschen, die ein kostenloses, komplett per App gesteuertes Konto wollen, bargeldlos leben und viel im Ausland bezahlen. Weniger geeignet ist es für alle, die regelmäßig Bargeld abheben, den Dispo nutzen, eine Girocard brauchen oder Wert auf telefonischen Service legen.