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Bonusprogramme der Krankenkassen im Vergleich: Wo es wirklich Geld gibt

Von 10 Euro pro Maßnahme bis zu unbegrenzten Punkten: Wir vergleichen die Bonusprogramme von TK, hkk, DAK, Audi BKK, IKK classic und Co. und zeigen, wer profitiert.

Lukas BrandtAktualisiert 24. Oktober 2026 8 Min. Lesezeit

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Fast jede Krankenkasse wirbt mit einem Bonusprogramm: Geld fürs Fitnessstudio, für Vorsorgeuntersuchungen, für Impfungen. Die Idee ist gesetzlich verankert, die Ausgestaltung aber frei, und deshalb liegen zwischen den Programmen Welten. Manche zahlen zehn Euro pro Nachweis und deckeln bei 120 Euro, andere rechnen in Punkten ohne Obergrenze, wieder andere nennen gar keine Zahlen. Wir haben die Programme der neun Kassen aus unserem Vergleich nebeneinandergelegt (Stand: Oktober 2026).

Wie Bonusprogramme grundsätzlich funktionieren

Du weist gesundheitsbewusstes Verhalten nach, die Kasse zahlt. Anerkannt werden typischerweise drei Gruppen von Maßnahmen: Vorsorge (Check-up, Krebsfrüherkennung, Zahnvorsorge, Impfungen), Aktivität (Sportverein, Fitnessstudio, Präventionskurs, Sportabzeichen) und bei manchen Kassen Statuswerte wie Normalgewicht oder Nichtrauchen. Der Nachweis läuft heute fast überall über die App: Foto der Bescheinigung hochladen, fertig.

Ausgezahlt wird entweder als Geldprämie aufs Konto oder als Gesundheitszuschuss, den du für Leistungen wie Zahnreinigung, Brille, Osteopathie oder einen Fitnesstracker einsetzt. Der Zuschuss ist meist höher als die Geldprämie, teils doppelt oder dreifach. Der Haken: Du musst die Leistung tatsächlich kaufen und die Rechnung einreichen.

Die Programme im Einzelnen

TK-Bonusprogramm: 200 oder 400 Euro

Die TK zahlt pro anerkannter Maßnahme 10 Euro als Geldprämie oder 20 Euro als „Gesundheitsdividende“. Pro Teilnahmejahr sind bis zu 200 Euro Bargeld oder 400 Euro Dividende möglich. Die Dividende setzt du für Gesundheitsleistungen ein, zum Beispiel einen Fitnesstracker oder die Zahnreinigung. Teilnahme ab 15 Jahren, Abwicklung komplett in der TK-App, Antrag bis Ende Februar des Folgejahres. Klare Regeln, hohe Obergrenze, einfache Bedienung: eines der besten Programme im Vergleich.

hkk bonusaktiv: Sofortbonus oder 25 Prozent mehr

Die hkk zahlt 10 Euro pro Vorsorge- oder Aktivmaßnahme, 5 Euro pro Impfung. Der Aktivbonus ist bei 90 Euro pro Jahr gedeckelt, der Vorsorgebonus kommt obendrauf. Als Gesundheitszuschuss statt Bargeld gibt es 25 Prozent Aufschlag, also 12,50 Euro pro Maßnahme. Wer zwei Vorsorge- und drei Aktivmaßnahmen nachweist, kann den Zuschuss einmalig auf bis zu 280 Euro für einen Fitnesstracker erhöhen. Kinder haben eigene Tabellen mit bis zu 105 Euro Sofortbonus. Solide, aber mit niedrigerer Obergrenze als TK oder DAK.

DAK AktivBonus: Punkte ohne Deckel

Die DAK rechnet in Punkten. Ein Punkt ist als Geldprämie 1 Euro wert, ohne Obergrenze. Als Zuschuss für besondere Gesundheitsleistungen steigt der Wert auf 1,20 Euro, für Fitnesstracker und Sportausrüstung auf 2 Euro, hier gedeckelt bei 500 Euro pro Jahr. Teilnahme ab 18, Nachweise über die DAK App. Wer viele Maßnahmen sammelt, kommt hier am weitesten; wer nur Vorsorge nachweist, bleibt bei überschaubaren Beträgen.

Audi BKK AktivFit: 10 Euro, maximal 120

Jede anerkannte Maßnahme bringt 10 Euro, bis zu 120 Euro pro Jahr ab 15 Jahren. Für Kinder bis 14 gibt es AktivFit Kids mit bis zu 80 Euro. Auszahlung ab der ersten Maßnahme, Antrag bis 31. März des Folgejahres, alles in der App „Meine Audi BKK“. Das einfachste Programm im Vergleich, aber mit der niedrigsten Obergrenze unter den Kassen, die Zahlen nennen.

IKK Bonus: 25 Euro je Aktivität, unbegrenzt

Die IKK classic zahlt 25 Euro je regelmäßiger Aktivität wie Fitnessstudio, Sportverein oder Gesundheitskurs, 10 Euro je Vorsorgeuntersuchung und 5 Euro je Impfung oder Zahnvorsorge. Statuswerte wie BMI oder Blutdruck zählen mit 25 Euro, aber nur zusammen mit einer Aktivität. Als Zuschuss gibt es das Dreifache: 75, 30 oder 15 Euro, begrenzt auf die tatsächlichen Kosten. Die Zahl der Maßnahmen ist unbegrenzt. Die Kasse rechnet vor, dass eine dreiköpfige Familie auf 220 Euro Geldbonus oder 660 Euro Zuschuss kommen kann. Das ergiebigste Programm für Sportler, allerdings bei der teuersten Kasse im Vergleich.

KKH-Bonusprogramm: Geldprämie oder doppeltes Budget

Die KKH unterscheidet Vorsorge-Bonus und Aktiv-Bonus, letzterer ist auf zwei Maßnahmen begrenzt. Pro bestätigter Maßnahme gibt es eine Geldprämie oder den doppelten Betrag als Gesundheitsbudget. Konkrete Beträge je Maßnahme und eine Jahresobergrenze stehen nicht übersichtlich auf der Website; Neueinsteiger erhalten laut KKH für drei Maßnahmen direkt 200 Euro. Ohne klare Tabelle lässt sich der Nutzen schwer einschätzen.

Barmer Bonus: bis zu 200 Euro

Die Barmer nennt bis zu 200 Euro pro Jahr. Punkte gibt es für Vorsorge, Impfungen und Sport, eingelöst als Geldprämie oder als Zuschuss für ausgewählte Leistungen wie die Zahnreinigung. Weil die Barmer keine direkten Zuschüsse für PZR oder Osteopathie zahlt, ist der Bonus hier der einzige Weg zu diesen Extras.

BIG direkt gesund und HEK: wenig Zahlen

Die BIG wirbt für ihr Programm BIGtionär mit „schnell mehr als 100 Euro pro Jahr“, nennt aber keine Beträge je Maßnahme. Die HEK beschreibt ihr Bonusprogramm nur allgemein und verweist auf das Service-Team. Beides ist für einen Vergleich unbefriedigend.

Für wen sich welches Programm rechnet

Du machst Vorsorge, aber keinen Sport. Dann zählen die Beträge für Check-up, Zahnvorsorge und Impfungen. Bei TK gibt es dafür 10 beziehungsweise 20 Euro je Termin, bei hkk 10 Euro (5 Euro je Impfung), bei IKK classic 10 beziehungsweise 5 Euro. Realistisch kommen 30 bis 60 Euro im Jahr zusammen.

Du bist im Sportverein oder Fitnessstudio. Jetzt lohnen sich Programme mit hohen Aktivitätsbeträgen: IKK classic mit 25 Euro je Aktivität (75 Euro als Zuschuss), DAK mit Punkten ohne Deckel, TK mit 20 Euro Dividende je Maßnahme bis 400 Euro.

Ihr seid eine Familie. Bei TK, hkk, Audi BKK und IKK classic haben Kinder eigene Programme oder Tabellen. Die DAK nimmt erst ab 18 auf. Die IKK-Rechnung mit 660 Euro Zuschuss für drei Personen zeigt, was bei konsequentem Sammeln möglich ist.

Du willst einen Fitnesstracker. hkk (bis 280 Euro einmalig), DAK (2 Euro je Punkt, bis 500 Euro) und TK (Dividende bis 400 Euro) sind hier am stärksten.

Bonus ist kein Ersatz für einen niedrigen Beitrag

So attraktiv 200 oder 400 Euro klingen: Der Bonus setzt Eigenleistung voraus und kommt nur, wenn du jedes Jahr Nachweise sammelst. Ein um einen Prozentpunkt niedrigerer Zusatzbeitrag spart bei 3.500 Euro brutto rund 210 Euro im Jahr, ohne dass du etwas tun musst (Beispielrechnung, Arbeitnehmeranteil). Die beste Kombination hat, wer beides bekommt: Die TK verbindet einen Beitrag unter dem Durchschnitt mit einem der besten Programme, die hkk den niedrigsten Beitrag mit einem soliden.

Fazit

Die besten Bonusprogramme im Vergleich haben TK (bis 200 oder 400 Euro, einfache Regeln), DAK (Punkte ohne Deckel, Zuschüsse bis 500 Euro) und IKK classic (25 Euro je Aktivität, unbegrenzt). Audi BKK und hkk sind einfach und transparent, aber niedriger gedeckelt. KKH, Barmer, BIG und HEK bleiben bei den Zahlen vage. Wähle die Kasse nicht wegen des Bonus allein, sondern wegen Beitrag und Zuschüssen, und nimm den Bonus als das, was er ist: ein paar hundert Euro für Dinge, die du ohnehin tust.

Techniker Krankenkasse (TK)

Größte gesetzliche Krankenkasse mit unterdurchschnittlichem Beitrag und starker App

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