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Zusatzbeitrag 2026: Was er kostet und wie viel ein Wechsel spart

Der Zusatzbeitrag liegt 2026 zwischen 2,59 und 3,85 Prozent. Wir rechnen vor, was das bei verschiedenen Einkommen ausmacht und wer wie viel davon trägt.

Lukas BrandtAktualisiert 24. Oktober 2026 7 Min. Lesezeit

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Der Beitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung besteht aus zwei Teilen: einem allgemeinen Beitragssatz, der für alle Kassen gleich ist, und einem Zusatzbeitrag, den jede Kasse selbst festlegt. Nur der zweite Teil unterscheidet sich, und genau dort entscheidet sich, ob du im Jahr ein paar hundert Euro mehr oder weniger zahlst. 2026 ist der Zusatzbeitrag im Schnitt kräftig gestiegen. Hier steht, wie er funktioniert, was er bei deinem Einkommen kostet und was ein Wechsel bringt. Alle Sätze: Stand Oktober 2026.

So setzt sich der Beitrag zusammen

Der allgemeine Beitragssatz beträgt 14,6 Prozent des beitragspflichtigen Einkommens. Wer keinen Anspruch auf Krankengeld hat, zahlt den ermäßigten Satz von 14,0 Prozent. Darauf kommt der kassenindividuelle Zusatzbeitrag. Beide Teile tragen Arbeitnehmer und Arbeitgeber seit 2019 je zur Hälfte, dasselbe gilt für Rentner und Rentenversicherung.

Beiträge werden nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze erhoben. Sie liegt 2026 bei 5.812,50 Euro im Monat beziehungsweise 69.750 Euro im Jahr. Wer mehr verdient, zahlt auf den Betrag darüber keine Krankenversicherungsbeiträge.

Der Zusatzbeitrag wird vom Verwaltungsrat jeder Kasse beschlossen und muss die Lücke zwischen den Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds und den tatsächlichen Ausgaben schließen. Das Bundesgesundheitsministerium legt jedes Jahr im Herbst einen durchschnittlichen Zusatzbeitrag fest. Für 2026 sind das 2,9 Prozent, nach 2,5 Prozent im Jahr 2025. Dieser Wert ist eine Rechengröße, keine Obergrenze; die TK weist darauf hin, dass der tatsächliche Marktdurchschnitt 2026 bei rund 3 Prozent liegt.

Die Spanne 2026

In unserem Vergleich bundesweit geöffneter Kassen reicht die Spanne von 2,59 bis 3,85 Prozent:

  • hkk: 2,59 Prozent (Gesamtbeitrag 17,19 Prozent)
  • Audi BKK: 2,6 Prozent (17,2 Prozent)
  • TK: 2,69 Prozent (17,29 Prozent)
  • HEK: 2,89 Prozent (17,49 Prozent)
  • DAK-Gesundheit: 3,2 Prozent (17,8 Prozent)
  • Barmer: 3,29 Prozent (17,89 Prozent)
  • BIG direkt gesund: 3,69 Prozent (18,29 Prozent)
  • KKH: 3,78 Prozent (18,38 Prozent)
  • IKK classic: 3,85 Prozent seit 1. August 2026 (18,45 Prozent)

Fast alle Kassen haben zum 1. Januar 2026 erhöht: TK, DAK, HEK, BIG und hkk ebenso wie der Großteil des Marktes. Barmer und KKH hielten ihre Sätze stabil, lagen aber schon vorher über dem Durchschnitt. Die IKK classic erhöhte unterjährig zum 1. August.

Beispielrechnung: Was die Differenz bei deinem Einkommen bedeutet

Die folgenden Zahlen sind Beispielrechnungen für Angestellte mit Krankengeldanspruch. Sie zeigen den Arbeitnehmeranteil am Zusatzbeitrag, also die Hälfte des jeweiligen Satzes, bezogen auf das Bruttogehalt.

Bruttogehalt 2.500 Euro im Monat

  • hkk (2,59 Prozent): 32,38 Euro im Monat, 388,50 Euro im Jahr
  • IKK classic (3,85 Prozent): 48,13 Euro im Monat, 577,50 Euro im Jahr
  • Differenz: rund 189 Euro im Jahr

Bruttogehalt 3.500 Euro im Monat

  • hkk: 45,33 Euro im Monat, 543,90 Euro im Jahr
  • TK (2,69 Prozent): 47,08 Euro im Monat, 564,90 Euro im Jahr
  • DAK (3,2 Prozent): 56,00 Euro im Monat, 672 Euro im Jahr
  • KKH (3,78 Prozent): 66,15 Euro im Monat, 793,80 Euro im Jahr
  • IKK classic: 67,38 Euro im Monat, 808,50 Euro im Jahr
  • Differenz hkk zu IKK classic: rund 265 Euro im Jahr

Bruttogehalt 5.812,50 Euro (Beitragsbemessungsgrenze) oder mehr

  • hkk: 75,27 Euro im Monat, 903,24 Euro im Jahr
  • IKK classic: 111,89 Euro im Monat, 1.342,69 Euro im Jahr
  • Differenz: rund 439 Euro im Jahr

Der Arbeitgeber zahlt denselben Betrag noch einmal. Volkswirtschaftlich kostet der Unterschied zwischen günstigster und teuerster Kasse bei 3.500 Euro brutto also rund 530 Euro pro Jahr, davon trägst du die Hälfte.

Wer den Zusatzbeitrag allein trägt

Freiwillig versicherte Selbstständige zahlen den gesamten Beitrag selbst, also allgemeinen Satz plus vollen Zusatzbeitrag. Bei 3.500 Euro Einkommen macht die Differenz zwischen hkk und IKK classic dann rund 530 Euro im Jahr aus. Für Selbstständige ist der Zusatzbeitrag deshalb das wichtigste Vergleichskriterium überhaupt.

Rentner teilen sich den Zusatzbeitrag auf die gesetzliche Rente mit der Rentenversicherung. Auf Betriebsrenten und andere Versorgungsbezüge zahlen sie den vollen Satz allein, abzüglich eines Freibetrags. Die HEK weist für Versorgungsbezüge etwa einen Beitragssatz von 17,49 Prozent aus, das ist der Gesamtbeitrag inklusive Zusatzbeitrag.

Studierende in der studentischen Krankenversicherung zahlen einen pauschalen Beitrag, der auf einer festen Bemessungsgrundlage beruht. Auch hier kommt der Zusatzbeitrag der jeweiligen Kasse obendrauf, die Unterschiede fallen in Euro aber kleiner aus als bei Angestellten.

Sonderkündigungsrecht: Deine Antwort auf Erhöhungen

Erhöht deine Kasse den Zusatzbeitrag, kannst du bis zum Ende des Monats kündigen, in dem der neue Satz erstmals gilt, unabhängig davon, wie lange du Mitglied bist. Die Kasse muss dich einen Monat vorher schriftlich informieren. Die Kündigungsfrist von zwei Monaten gilt trotzdem, du zahlst den höheren Beitrag also für zwei Monate.

Praktisch heißt das: Kommt im Dezember der Brief mit der Erhöhung zum 1. Januar, hast du bis 31. Januar Zeit, bei einer anderen Kasse Mitglied zu werden. Die neue Mitgliedschaft beginnt dann am 1. April.

Beitrag gegen Leistungen abwägen

Ein niedriger Zusatzbeitrag ist der sicherste Spareffekt, weil er automatisch jeden Monat wirkt. Zuschüsse für Zahnreinigung oder Osteopathie bringen nur etwas, wenn du sie nutzt. Trotzdem lohnt der Blick: Die KKH verlangt 3,78 Prozent, zahlt aber 240 Euro Osteopathie und 120 Euro Zahnreinigung pro Jahr. Wer beides ausschöpft, holt bei 3.500 Euro brutto den Großteil der 250 Euro Mehrkosten gegenüber der hkk zurück. Wer es nicht tut, zahlt drauf. Die hkk wiederum kombiniert den niedrigsten Beitrag mit 160 Euro Osteopathie und 100 Prozent Reiseimpfungen, was sie für die meisten zur günstigsten Gesamtlösung macht.

Fazit

Der Zusatzbeitrag ist 2026 im Schnitt um 0,4 Punkte gestiegen und reicht bei bundesweit geöffneten Kassen von 2,59 bis 3,85 Prozent. Für einen Angestellten mit 3.500 Euro brutto bedeutet die Spanne rund 265 Euro Unterschied im Jahr, an der Beitragsbemessungsgrenze rund 440 Euro, für Selbstständige das Doppelte. Weil der Grundschutz überall gleich ist, gibt es kaum einen Grund, bei einer teuren Kasse zu bleiben, es sei denn, du nutzt ihre Extras wirklich. Prüfe deinen Satz, rechne mit deinem Gehalt nach und nutze das Sonderkündigungsrecht, wenn deine Kasse erhöht.

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