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Standby-Verbrauch im Haushalt: Welche Geräte wirklich Geld kosten
Was Standby heute kostet, warum vernetzte Geräte mehr dürfen, wann sich eine schaltbare Steckdosenleiste lohnt und wie du Stromfresser findest.
Lukas BrandtAktualisiert 25. Oktober 2026 5 Min. Lesezeit
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Der Fernseher ist aus, der Router blinkt, die Konsole wartet auf das nächste Update: Standby ist der Strom, den Geräte ziehen, während sie nichts tun. Lange galt er als großer Kostenfaktor, dann hat die EU die Grenzwerte gesenkt. Trotzdem lohnt sich der Blick, denn ausgerechnet die Geräte, die heute in jedem Wohnzimmer stehen, fallen nicht unter die strenge Grenze.
Was die EU-Regeln erlauben
Seit Mai 2025 gilt die Ökodesign-Verordnung (EU) 2023/826. Sie löst die Vorgängerregel aus dem Jahr 2008 ab, die seit 2013 bereits 0,5 Watt im Standby und 1 Watt mit Anzeige erlaubt hatte. Die Grenzwerte laut Europäischer Kommission (Stand: Oktober 2026):
- Standby und Aus-Zustand: höchstens 0,5 Watt
- Standby mit Anzeige, etwa einer Uhr oder Statusleuchte: höchstens 0,8 Watt
- Aus-Zustand ab 2027: höchstens 0,3 Watt
- Vernetzter Standby, also Geräte, die im Ruhezustand mit dem Netzwerk verbunden bleiben: je nach Produkt 2 bis 7 Watt
Die Verordnung gilt für elektrische Haushalts- und Bürogeräte und neuerdings auch für motorbetriebene Rollläden, Tore und höhenverstellbare Schreibtische. Waschmaschinen, Geschirrspüler, Trockner und schnurlose Telefone haben eigene Produktregeln. Wichtig: Die Grenzwerte gelten für neu verkaufte Geräte. Was seit zehn Jahren bei dir steht, darf mehr ziehen.
Die Rechnung: Watt mal Stunden
Standby kostet wenig pro Stunde, aber er läuft 8.760 Stunden im Jahr. Die Formel: Watt mal 8.760, geteilt durch 1.000, ergibt Kilowattstunden pro Jahr. Multipliziert mit deinem Arbeitspreis ergibt das die Kosten. Wir rechnen mit dem Durchschnittspreis für Haushalte von 37,97 Cent je Kilowattstunde, den das Statistische Bundesamt für das erste Halbjahr 2026 nennt (Stand: September 2026).
Beispielrechnung für ein Gerät im Dauer-Standby:
- 0,5 Watt (EU-Grenze für einfache Geräte): 4,4 kWh im Jahr, rund 1,70 Euro
- 2 Watt: 17,5 kWh, rund 6,70 Euro
- 5 Watt: 43,8 kWh, rund 16,60 Euro
- 10 Watt: 87,6 kWh, rund 33 Euro
Ein einzelnes modernes Gerät ist also kein Thema. Fünf vernetzte Geräte mit je 5 Watt sind es: rund 220 kWh und 83 Euro im Jahr.
Welche Geräte wirklich auffallen
Vernetzte Unterhaltungselektronik. Smart Speaker, Set-Top-Boxen und Receiver, Spielekonsolen und Streaming-Sticks bleiben im Netzwerk, damit sie Updates laden und sofort reagieren. Für sie gilt laut Verbraucherzentrale die 0,5-Watt-Grenze nicht (Stand: August 2026). Spielekonsolen haben meist einen Ruhemodus, der Downloads im Hintergrund erlaubt; wer ihn abschaltet, verliert nur Komfort.
Fernseher. Moderne Geräte liegen im echten Standby nahe der Grenze. Teuer werden Schnellstartfunktionen sowie dauerhaft aktive WLAN- und Netzwerkfunktionen, die das Umweltbundesamt zum Abschalten empfiehlt, wenn du sie nicht brauchst. Einige Geräte wie OLED-Fernseher brauchen laut Verbraucherzentrale auch nach dem Ausschalten noch eine Weile Strom; das ist normal.
Router. Er ist kein Standby-Fall, sondern ein Dauerläufer, der rund um die Uhr Strom zieht. Vom Netz nehmen solltest du ihn trotzdem nicht, sonst fehlen Telefon und Smart-Home-Verbindungen. Die Verbraucherzentrale rät stattdessen zur Zeitsteuerung: WLAN nachts automatisch aus, Gastnetz, WPS und ungenutzte Frequenzbänder deaktivieren.
Netzteile und Ladegeräte. Steckernetzteile ziehen auch ohne angeschlossenes Gerät Strom, laut Verbraucherzentrale je nach Gerät 0,5 bis 10 Watt. Der Test ist einfach: Ist das Netzteil warm, obwohl nichts lädt, verbraucht es. Das betrifft Schreibtisch- und Stehlampen mit Netzteil, Laptop-Ladegeräte und Bürogeräte. Bei Lampen mit Netzteil reicht der Lichtschalter nicht; nur Stecker ziehen oder Leiste ausschalten trennt sie vom Netz.
Computer und Drucker. Rechner verbrauchen laut Umweltbundesamt in der Regel auch im ausgeschalteten Zustand Strom. Drucker warten auf Druckaufträge aus dem WLAN. Beides gehört mit dem Monitor auf eine gemeinsame schaltbare Leiste.
Küche. Die Mikrowelle mit Uhr im Display, der Backofen mit Zeitanzeige, die Kaffeemaschine mit Bereitschaftsmodus: einzeln harmlos, zusammen ein paar Watt. Das Umweltbundesamt rät schon beim Kauf zu Geräten ohne überflüssige Displays.
Wann sich die schaltbare Steckdosenleiste lohnt
Die Leiste ist die einfachste Lösung, aber nicht überall sinnvoll. Sie lohnt sich dort, wo mehrere vernetzte Geräte zusammenstehen und nachts niemand sie braucht: die TV-Ecke mit Receiver, Konsole und Soundbar oder der Schreibtisch mit Rechner, Monitor und Drucker. Die Verbraucherzentrale empfiehlt genau diese Gruppen.
Beispielrechnung: Receiver 5 Watt, Konsole 2 Watt, Soundbar 1 Watt im vernetzten Standby ergeben 8 Watt. Schaltest du die Leiste täglich für 14 Stunden ab, sparst du rund 41 kWh oder 15,50 Euro im Jahr. Mit einem Fernseher, der im Schnellstart 3 Watt zieht, werden es rund 21 Euro.
Nicht auf die Leiste gehören Router, Festplattenrekorder mit programmierten Aufnahmen und Geräte, die nach dem Abschalten neu eingerichtet werden müssen. Smarte Steckdosen, die du per App schaltest, haben laut Verbraucherzentrale selbst einen Eigenverbrauch; achte auf Modelle mit geringer Leistungsaufnahme. Und von Stromsparboxen für die Steckdose, die angeblich den Verbrauch im ganzen Haus senken, rät die Verbraucherzentrale ab: Sie verbrauchen mit ihrer Leuchtdiode mehr, als sie sparen.
Messen statt schätzen
Für einzelne Geräte hilft ein Strommessgerät zwischen Steckdose und Stecker; die Verbraucherzentrale empfiehlt, den Verbrauch zu messen statt zu raten. Frag bei der Energieberatung der Verbraucherzentrale oder deinem Versorger nach einem Leihgerät, bevor du eines kaufst. Miss jedes Gerät einmal im Betrieb, einmal im Standby und einmal scheinbar ausgeschaltet. Steckt eine Steckdosenleiste am Messgerät, siehst du nur die Summe; für Einzelwerte musst du jedes Gerät einzeln anstecken.
Schreib die Werte auf und rechne mit der Formel oben. Ein Gerät mit 0,5 Watt ignorierst du. Alles ab 3 bis 5 Watt im Leerlauf ist ein Kandidat für die Leiste oder für einen Blick in die Einstellungen: Schnellstart aus, Netzwerk-Standby aus, Ruhemodus statt Bereitschaft.
Fazit
Standby ist bei neuen Geräten kein Kostentreiber mehr, solange sie nur auf die Fernbedienung warten. Teuer bleibt der vernetzte Ruhezustand von Konsole, Receiver, Smart Speaker und Schnellstart-Fernseher, für den die EU bis zu 7 Watt erlaubt. Eine schaltbare Leiste für die TV-Ecke und den Schreibtisch sowie eine WLAN-Zeitschaltung im Router holen den größten Teil der Ersparnis, in unserer Beispielrechnung 15 bis 21 Euro im Jahr pro Gerätegruppe. Den Rest deiner Stromkosten bestimmt der Tarif: Stromanbieter vergleichen