Topvergleiche

Solaranbieter vergleichen: Worauf du 2026 achten musst

Mietmodell oder Kauf, eigene Monteure oder Partner, 10 oder 30 Jahre Garantie: Die acht Punkte, an denen sich gute Solarangebote von schlechten unterscheiden.

Lukas BrandtAktualisiert 24. Oktober 2026 8 Min. Lesezeit

Anzeige · Wir erhalten ggf. eine Provision. Mehr erfahren

Der deutsche Solarmarkt hat in den letzten drei Jahren viele Anbieter kommen und gehen sehen. EIGENSONNE und Sunvigo gingen 2024 in die Insolvenz, Wegatech folgte und existiert heute nur noch als Marke eines anderen Unternehmens, und SENEC, die Speichertochter der EnBW, hat im Juli 2026 ihr Neukundengeschäft eingestellt. Wer heute eine Anlage für 20.000 Euro bestellt, kauft also nicht nur Module, sondern auch das Versprechen, dass der Anbieter in zehn Jahren noch da ist. Wir zeigen, worauf du beim Vergleich achten solltest, mit Beispielen aus unserem Test (Stand: Oktober 2026).

1. Welches Modell passt zu dir: Kauf, Finanzierung oder Miete?

Die erste Frage ist nicht „welcher Anbieter“, sondern „welches Modell“. Beim Kauf gehört dir die Anlage sofort, du trägst aber Wartung und Reparaturrisiko. Bei der Finanzierung gehört sie dir auch, du zahlst Zinsen; enerix nennt zum Beispiel 4,59 Prozent effektiv über die PSD Bank West, Svea Solar bietet Ratenkauf über 10, 15 oder 20 Jahre. Bei der Miete bleibt der Anbieter Eigentümer, du zahlst 20 Jahre eine feste Rate und bekommst Wartung, Versicherung und Reparaturen inklusive. Enpal ist hier Marktführer, Otovo bietet beides an.

Rechne alle drei Wege über 20 Jahre durch. Unser Ratgeber „Solaranlage mieten oder kaufen“ zeigt, dass Miete über die Laufzeit meist deutlich teurer ist, dafür aber ohne Eigenkapital und Aufwand funktioniert. Entscheide das, bevor du Angebote einholst, sonst vergleichst du Äpfel mit Birnen.

2. Wer installiert tatsächlich?

Hinter dem Namen auf dem Angebot stecken drei sehr unterschiedliche Modelle:

  • Eigene Teams. Enpal und 1KOMMA5° installieren mit eigenen Mitarbeitern oder übernommenen Meisterbetrieben. Der Anbieter steht für die Ausführung gerade.
  • Franchise. Bei enerix ist dein Vertragspartner einer von rund 108 regionalen Fachbetrieben, die unter der Marke arbeiten. Nähe und Kontinuität sind hoch, Konditionen variieren je nach Standort.
  • Partnernetz oder Plattform. Otovo holt Angebote lokaler Installateure ein, Solarwatt arbeitet mit eigenen Standorten und rund 400 Partnern. Die Qualität hängt vom Betrieb ab, der zu dir kommt.

Frag konkret: Welcher Betrieb kommt zu mir, wie lange arbeitet er schon für euch, und wer ist mein Ansprechpartner bei einem Defekt in acht Jahren?

3. Garantie ist nicht gleich Garantie

Auf Modulen stehen zwei Garantien: Die Produktgarantie deckt Material- und Verarbeitungsfehler, die Leistungsgarantie verspricht eine Mindestleistung nach X Jahren. Marktüblich sind 25 Jahre Leistung und 12 bis 25 Jahre Produkt. 1KOMMA5° und Solarwatt geben 30 Jahre auf beides, Svea Solar nennt „mindestens 25 Jahre Leistungsgarantie“ ohne weitere Angaben, enerix verweist auf die Hersteller.

Beim Speicher sind 10 Jahre Standard, Solarwatt mit 80 Prozent Restkapazität, Huawei-Speicher bis zu 15 Jahre. Wichtig ist das Kleingedruckte: Wer trägt Aus- und Einbau im Garantiefall? Solarwatt übernimmt das ausdrücklich, viele andere nicht. Und wer gibt die Garantie, der Anbieter oder der Hersteller in Asien? Bei einer Anbieterinsolvenz hilft nur die Herstellergarantie weiter.

4. Preistransparenz vor dem Beratungstermin

Die meisten Anbieter nennen Preise erst nach dem Vor-Ort-Termin. Das ist verständlich, weil jedes Dach anders ist, macht den Vergleich aber mühsam. Positiv fallen auf: Svea Solar mit vier veröffentlichten Paketpreisen von 8.499 bis 20.648 Euro, enerix mit Richtwerten von 1.300 bis 1.500 Euro pro kWp (netto angegeben) und Otovo mit Bestpreis-Zusage bei gleichen Komponenten. Enpal nennt nur „ab 98 Euro im Monat“, 1KOMMA5° und Solarwatt gar nichts.

Als Orientierung für 2026: Eine Anlage mit 8 bis 10 kWp und Speicher liegt grob zwischen 15.000 und 25.000 Euro. Angebote deutlich darüber brauchen eine Begründung, Angebote deutlich darunter einen genauen Blick auf die Komponenten.

5. Das Angebot zeilenweise lesen

Vergleiche nie nur die Endsumme. Prüfe, ob diese Posten enthalten sind:

  • Gerüst und Dachsicherung
  • Umbau oder Erneuerung des Zählerschranks
  • Netzanmeldung, Marktstammdatenregister, Inbetriebnahmeprotokoll
  • Smart Meter oder intelligentes Messsystem
  • Energiemanagement und App
  • Versicherung während der Montage

enerix schreibt ehrlich in die Fußnote seines 99-Euro-Pakets, dass Gerüst und Zählerschrank nach dem Aufmaß extra berechnet werden. Andere Anbieter verstecken das in den AGB. Frag nach einem Festpreis inklusive aller Nebenleistungen.

6. Komponenten benennen lassen

Ein gutes Angebot nennt Hersteller und Typ von Modulen, Wechselrichter und Speicher. Bei 1KOMMA5° und Solarwatt sind es eigene Glas-Glas-Module, bei enerix Marken wie Aiko, Heckert oder Solarwatt, bei Svea Solar werden nur die Speichersysteme (Huawei, EcoFlow, SAJ) genannt, die Module nicht. Ohne Typenbezeichnung kannst du weder Datenblätter noch Garantiebedingungen prüfen. „Premium-Module“ ist keine Angabe.

Achte außerdem auf einen Hybridwechselrichter, wenn du den Speicher später nachrüsten willst, und auf Notstromfähigkeit, falls dir das wichtig ist. Solarwatts Battery vision und die EcoFlow-Systeme bei Svea Solar bieten dreiphasigen Notstrom, viele Einstiegsspeicher nicht.

7. Stabilität des Anbieters

Die Insolvenzen der letzten Jahre haben vor allem Kunden getroffen, die Anzahlungen geleistet hatten oder auf Anbietergarantien angewiesen waren. Ein paar Prüfpunkte:

  • Impressum und Handelsregister. Steht dort eine deutsche GmbH mit Sitz, oder nur eine Marke? Wegatech ist seit 2025 „eine Marke der heimWatt GmbH“, die alte Wegatech Greenergy GmbH ist insolvent.
  • Anzahlung. Zahle möglichst wenig vor der Lieferung. Bei enerix gibt es mit enerixProtect eine Fertigstellungsbürgschaft, falls der Betrieb ausfällt.
  • Marktentwicklung. Svea Solar hat 2024 rund 30 Prozent der deutschen Stellen gestrichen, Enpal 2026 Stellen abgebaut. Beides bedeutet nicht das Ende, zeigt aber, wie eng der Markt ist.
  • Garantiegeber. Bevorzuge Herstellergarantien großer Hersteller gegenüber reinen Anbietergarantien.

8. Service nach der Inbetriebnahme

Eine Anlage läuft 25 Jahre, der Wechselrichter meist 10 bis 15. Frag, was der Anbieter danach tut. Im Mietmodell von Enpal ist alles enthalten. Otovo bietet mit „Otovo Care“ ein Service-Abo ab 9 Euro im Monat, auch für fremde Anlagen. Bei enerix ist der regionale Betrieb Ansprechpartner, bei Solarwatt der Partner vor Ort oder ein eigener Standort. Prüfe auch, ob Monitoring per App inklusive ist und ob der Anbieter Störungen aktiv meldet.

Fazit

Vergleiche zuerst das Modell, dann den Installateur, dann Garantie und Komponenten, und erst am Ende den Preis. Ein Angebot ohne Typenbezeichnungen, ohne benannten Installateur und ohne Festpreis für Nebenleistungen fällt durch, egal wie günstig es aussieht. Hol dir mindestens drei Angebote, darunter eines von einem Anbieter mit veröffentlichten Preisen als Maßstab. Unser Vergleich zeigt dir, welcher der sechs geprüften Anbieter zu welchem Profil passt.

1KOMMA5°

Komplettsystem-Anbieter: Solar, Speicher, Wärmepumpe und dynamischer Stromtarif

Angebot beim Testsieger 1KOMMA5° anfragen

Anzeige · Wir erhalten ggf. eine Provision. Mehr erfahren

Jetzt Anbieter vergleichen

Alle Solaranlagen-Anbieter mit Wertung, Vor- und Nachteilen und ausführlichem Test.