Kurzfazit
Die Hallesche Krankenversicherung auf Gegenseitigkeit wurde 1934 gegründet, sitzt seit 1963 in Stuttgart und bildet mit der Alte Leipziger die ALH Gruppe. In unserem Vergleich ist sie der transparenteste Anbieter: Beispielbeiträge für alle drei NK.select-Stufen, die Selbstbehalt-Optionen und die Wechselregeln stehen öffentlich auf der Produktseite. Leistungsseitig gehört NK.select XL zur Spitze, Assekurata bewertet den Tarif mit „sehr gut“ (Eigenangabe der Hallesche). Die Kehrseite: Die veröffentlichten Beispielbeiträge sind seit 2022 deutlich gestiegen.
Leistungen & Konditionen
Die Vollversicherung heißt NK.select und kommt in drei Stufen: S als Einstieg, L als Komfortstufe und XL als Premiumtarif, der laut Hallesche von Focus Money als „Beste Krankenversicherung“ in der Kategorie Top-Schutz ausgezeichnet wurde (Eigenangabe). In allen Stufen wählst du einen jährlichen Selbstbehalt von 600, 1.200 oder 3.000 Euro; für Kinder und Jugendliche gilt die Hälfte.
Alternativ gibt es jede Stufe als Bonus-Variante: Statt Selbstbehalt zahlt die Hallesche einen garantierten Gesundheitsbonus von 100 Euro pro Monat als Vorableistung. Reichst du Rechnungen ein, werden sie bis 1.200 Euro mit dem Bonus verrechnet. Für Angestellte ist das attraktiv, weil der Arbeitgeber bis zur Hälfte des Beitrags trägt, der Bonus aber vollständig beim Versicherten landet.
Die Beispielbeiträge für eine 35-jährige Person mit 1.200 Euro Selbstbehalt (Stand: Oktober 2026): NK.select S 331,73 Euro, L 526,57 Euro, XL 636,00 Euro pro Monat, jeweils inklusive des gesetzlichen Zuschlags von 10 Prozent. Pflegepflichtversicherung und Krankentagegeld kommen hinzu. Zum Vergleich: Bei Einführung der Tarife S und L im November 2022 nannte die Hallesche für dasselbe Beispiel 257,51 Euro (S) und 402,55 Euro (L). Das entspricht einem Anstieg von rund 29 beziehungsweise 31 Prozent in vier Jahren, allerdings im Neugeschäft, nicht zwingend im Bestand.
Mit der Option NK.select FLEX wechselst du ohne neue Gesundheitsprüfung in eine höhere Stufe: nach 2, 5 oder 8 vollen Kalenderjahren oder bei Lebensereignissen wie dem Wechsel zwischen Anstellung und Selbstständigkeit, einer Dynamisierung des Krankentagegelds um mindestens 10 Prozent oder dem Bezug einer Altersrente.
Die erfolgsabhängige Beitragsrückerstattung lag für 2025 laut Beratungsblatt bei bis zu 37,5 Prozent der Beiträge (in Ausbildungstarifen bis 50 Prozent), wobei der Arbeitgeberzuschuss mitgerechnet wird. Vorsorgeuntersuchungen gefährden sie nicht. Auf der Produktseite spielt sie eine Nebenrolle, der Schwerpunkt liegt auf dem garantierten Bonus.
Rechnungen reichst du über die Hallesche4u-App ein, das Kundenportal fin4u der ALH Gruppe bündelt Verträge und Finanzen. Vollversicherte können eine Videosprechstunde mit Ärzten nutzen.
Vorteile
- Volle Preistransparenz. Drei Beispielbeiträge mit Alter, Selbstbehalt und Hinweis auf den gesetzlichen Zuschlag direkt auf der Website.
- Flexible Selbstbehalte. 600, 1.200 oder 3.000 Euro in jeder Stufe, Bonus-Variante als Alternative.
- Wechseloption FLEX. Hochstufen ohne Gesundheitsprüfung zu festen Terminen und bei Lebensereignissen.
- Starke Premiumstufe. NK.select XL mit Top-Bewertungen von Assekurata und Franke & Bornberg (Eigenangaben des Versicherers).
Nachteile
- Beitragsanstieg im Neugeschäft. Rund 30 Prozent höhere Beispielbeiträge als 2022 im gleichen Beispiel.
- Einstieg schlank. NK.select S verzichtet auf Chefarzt und Zweibettzimmer.
- Rückerstattung wenig prominent. Die Prozentsätze stehen nur in Vermittlerunterlagen, nicht auf der Produktseite.
Wie wir bewertet haben
Beitrag & Stabilität (8,0): Einstiegsbeiträge sind wettbewerbsfähig, Bonus und Rückerstattung senken den Nettobeitrag. Der deutliche Anstieg der Neugeschäftsbeiträge seit 2022 kostet Punkte. Redaktionelle Einschätzung auf Basis der veröffentlichten Beispiele.
Leistungsumfang (8,6): XL gehört zur Spitze, L ist ein vollwertiger Komforttarif, FLEX schließt die Lücke zwischen den Stufen. Der Einstiegstarif ist bewusst reduziert.
Service & Abwicklung (8,0): App, Kundenportal, Videosprechstunde, Vertrieb über Makler und eigene Berater. Keine Besonderheiten nach oben oder unten.
Transparenz (8,8): Beispielbeiträge, Selbstbehalte, Bonusregeln und Wechseltermine öffentlich. Nur die Rückerstattungssätze muss man in Vermittlerunterlagen suchen.
Für wen geeignet
Die Hallesche passt zu Angestellten und Selbstständigen, die vor dem Beratungsgespräch wissen wollen, was ein Tarif ungefähr kostet, und die zwischen Selbstbehalt und garantiertem Bonus wählen möchten. Mit FLEX ist sie auch für Berufseinsteiger interessant, die klein starten und später hochstufen wollen. Beamte und Ärzte haben eigene Tarife, stehen aber nicht im Mittelpunkt wie bei Debeka.
